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Die alte Post

Die alte Post

Die ehemalige Post (1879–1983) im Hinterdorf

Das Foto wurde bei hellem Sonnenschein aufgenommen. Im Hintergrund, talauswärts, erhebt sich der Gufelstock. Die Sernftalbahn fuhr vermutlich schon, denn ganz unten links in der Ecke erkennt man etwas Dunkles: Es könnten die Schienen des Alpentrams sein. Zudem zeigen die Stange mit den Isolatoren auf dem Hausdach sowie eine Telefonstange im Hintergrund, an der Dorfstrasse, dass die Elektrizität bereits Einzug gehalten hat. Die Frau am Gartenzaun trägt einen bodenlangen Rock. Damit kann das Foto in die Zeit zwischen 1905 und 1920 datiert werden. Der Garten reicht vorne noch weit über die strassenseitige Fassadengrenze des Hauses hinaus. Er wurde erst im Zuge der Strassensanierung der 1960er-Jahre um ein Stück verkleinert. Die Strassenfassade des Hauses war zur Zeit der Fotoaufnahme streng symmetrisch gegliedert. Links und rechts der Mittelachse befanden sich zwei Eingänge. Der linke führte ins Postbüro, der rechte in den Schalterraum, in die daneben befindliche, später auf Anordnung der Postverwaltung aufgehobene Schankstube, deren Doppelfenster zum Garten schaut, und ins Treppenhaus. Nur dieser letztere Eingang existiert heute noch, während zwei metallene Garagentore in der unteren Westseite der Fassade seit den 1980er-Jahren auf die Anpassung der Hausbewohner an die Erfordernisse der Automobilität hindeuten. Die Arbeitsstelle für kulturwissenschaftliche Forschungen, die seit 1995 hier eingerichtet ist, hat sich aber für einen Teil ihrer reichhaltigen Bibliothek und ihrer Dokumentationen den einen Garagenraum erobert. Bücher, wissenschaftliche Zeitschriften und Ordner mit Fotokopien bilden ein unverzichtbares Instrument für die Mitarbeiter der Arbeitsstelle und füllen daher heute das Haus bis unters Dach.

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